Das sind nur wenige der zahllosen Änderungen und Neuerungen, die Ihr Steuerberater wöchentlich auf den Schreibtisch bekommt und für Sie auswertet.

 

Letzte Aktualisierung:
 22.11.2010


Steuerliche Änderungen 2010:

- Zur steuerlichen Entlastung und Förderung der Familien mit Kindern und zur besonderen Berücksichtigung der Aufwendungen der Familien für die Betreuung und Erziehung oder Ausbildung der Kinder werden die Freibeträge für Kinder für jedes Kind von insgesamt 6024 Euro auf 7008 Euro ab dem Veranlagungszeitraum 2010 angehoben. Zugleich wird das Kindergeld ab dem 1. Januar 2010 für jedes zu berücksichtigende Kind um 20 Euro erhöht.

Grundfreibetrag und Kindergeldgrenze

Mit dem Gesetz zur Sicherung von Beschäftigung und Stabilität in Deutschland (Konjunkturpaket II) wurde rückwirkend ab dem 01.01.2009 der Grundfreibetrag auf 7.834 erhöht und der Eingangsteuersatz auf 14 % gesenkt.
Als Einstieg in einen Abbau der kalten Progression wurden zudem die übrigen Tarifeckwerte um 400 E erhöht. Zum Jahresanfang 2010 wird die Einkommensteuer weiter gesenkt. Der Grundfreibetrag wird auf dann 8.004 (Verheirate: 16.009 E) angehoben, Die Tarifeckwerte steigen um weitere 330 .

Analog zur Anhebung des Grundfreibetrags wurde der Grenz-betrag für Einkünfte und Bezüge des kindergeldberechtigten Kindes ab 2010 auf 8.004 im Kalenderjahr erhöht, Auf den gleichen Betrag wurde ab 2010 die Grenze für Einkünfte und Bezüge bei Unterhaltsleistungen angehoben.

Neuerungen durch das Jahressteuergesetz 2010:

- Rückwirkend ab 2007 können Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer bis 1.250 als Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn kein anderer Arbeitspaltz zur Verfügung steht.
- Die Steuervergünstigung für Handwerkerleistungen ist ab 2011 nicht möglich für alle öffentlich geförderten Maßnahmen, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse gewährt werden.
- Die Veräußerung von Gegenständen des täglichen Gebrauchs ist nicht mehr steuerbar. Es entstehen bei der Veräußerung steuerlich weder Gewinne noch Verluste.



- Steuerliche Berücksichtigung von Kranken und Pflegeversicherung: Durch die Neuregelungen des Bürgerentlastungsgesetzes werden ab dem 1.1.2010 Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung besser steuerlich berücksichtigt. Außerdem können ggf. innerhalb der aufgestockten Höchstbeträge weiterhin Aufwendungen für sonstige Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden; das betrifft zum Beispiel Prämien für Haftpflicht oder Unfallversicherungen.

Die abzugsfähigen Beträge steigen um 400 , also auf 2.800 (Selbstständige) bzw. 1.900 (Arbeitnehmer). Darüber hinaus wird sichergestellt, dass die für eine Basiskranken und Pflegeversicherung gezahlten Beitrage voll abziehbar sind. Liegt der Steuerzahler mit seinen Vorsorgeaufwen-dungen unter den neuen Grenzen, kann er diese steuerlich voll ansetzen. Wendet er für seine Basiskranken und Pflegeversicherung allerdings mehr auf als 2.800 bzw. 1.900 , kann er nur seine tatsächlichen Ausgaben für die Basiskranken- und Pflegeversicherung ansetzen.

Die Günstigerprüfung nach bisherigem Recht ist weiter vorzunehmen. Können nach der Rechtslage bis einschließlich 2004 höhere Beiträge als Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden als nach der Neuregelung ab 2010, dann setzt das Finanzamt automatisch den höheren Betrag an.

Arbeitnehmer können für Vorsorgeaufwendungen keinen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Diese werden bereits bei der Berechnung der Lohnsteuer durch eine Vorsorgepauschale im Rahmen von Höchstbeträgen berück-sichtigt (quasi als vorweggenommener Sonderausgabenabzug).
Privat versicherte Arbeitnehmer können aber ihrem Arbeitgeber die Höhe der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung (auch für Kinder und den nicht erwerbstätigen Ehegatten) zur Berücksichtigung beim Lohnsteuerabzug nachweisen.
Bei Selbständigen werden bei der Berechnung der Einkommensteuer-Vorauszahlungen vom Finanzamt die in der Vergangenheit geleisteten Aufwendungen bis zu den Höchstbeträgen angesetzt. Eine gesonderte Mitteilung an das Finanzamt ist daher nicht erforderlich.




Neues "Faktor Verfahren" beim Lohnsteuerabzug für Ehegatten: Ab dem Kalenderjahr 2010 können Ehegatten, die beide unbeschränkt steuerpflichtig und Arbeitnehmer sind, für den Lohnsteuerabzug das sog. Faktor-Verfahren wählen. Statt der Kombination der Steuerklassen III und V oder der Steuerklassen IV und IV können sie dann auch die Kombination aus IV und IV mit Faktor wählen.

Dadurch wird erreicht, dass bei jedem der Ehegatten bereits beim Lohnsteuerabzug die steuerentlastenden Vorschriften bei der eigenen Lohnsteuer berücksichtigt werden. Außerdem können hohe Nachzahlungen vermieden werden, die bei der Kombination III/V auftreten können.

Die Eintragung des Faktors in die Lohnsteuerkarte kann beim zuständigen Finanzamt beantragt werden. Die bekannten Kombinationen der Steuerklassen III und V sowie IV und IV ohne Faktor sind weiterhin möglich.




Investitionsabzugsbetrag: Steuerpflichtige können für neue oder gebrauchte bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlage-vermögens, die sie anschaffen oder herstellen wollen und die zu mindestens 90 % betrieblich genutzt werden, bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungs-kosten außerbilanziell gewinnmindernd abziehen. Der Abzugsbetrag darf im Jahr der Inanspruchnahme und den drei Vorjahren 200.000 je Betrieb nicht übersteigen. Er kann von bilanzierenden Gewerbetreibenden bzw. Steuerpflich-tigen mit Einkünften aus selbstständiger Arbeit mit einem Betriebsvermögen von 235.000 (für die Jahre 2009/2010 = 335.000 ) in Anspruch genommen werden.

Bei einer Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 wird die Vergünstigung nur noch bei einem Gewinn bis 100.000 (für die Jahre 2009/2010 = 200.000 ) berücksichtigt. Die Grenze gilt auch für die Gemeinschaften, in denen sich mehrere Freiberufler zusammengeschlossen haben.




Aus Rechtsprechung und Verwaltung:

- Aufwendungen für das Fällen von Birken oder anderen allergieauslösenden Bäumen wegen der Pollenallergie eines Familienangehörigen können als außergewöhnliche Belastungen steuermindernd geltend gemacht werden. (FG Düsseldorf Az. 11 K 2589/05)

- Der BFH erkennt ein Fahrtenbuch, das im Nachhinein anhand eines Terminkalenders verfasst wurde, nicht an. Die Aufzeichnungen müssen zeitnah und in geschlossener Form geführt werden. (Az. VI R 27/05)
Ein elektronisches Fahrtenbuch, z.B. auf Excel-Basis, soll nur anerkannt werden, wenn nachträgliche Änderungen nicht möglich sind, bzw. in der Datei dokumentiert werden. (Az. VI R 64/04)

- Arbeitslosengeld II ist steuerfrei und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. (OFD Münster vom 13.01.2006)

- Von Umzugsunternehmen durchgeführte privat veranlasste Umzüge gelten als haushaltsnahe Dienstleistungen und werden wie diese steuerlich gefördert (Bedingung: keine Barzahlung, sondern Überweisung)

- Handwerkerleistungen seit 2009: Steuervorteil wurde von 600 auf 1.200 verdoppelt, d.h., statt von 3.000 können von 6.000 Lohnkosten 20% direkt von der Steuer abgezogen werden.
Zu den Handwerkerleistungen gehören auch Aufwendungen für Schornsteinfeger, Heizungsabgaskontrolle, Kontrolle für Blitzschutzanlagen, Aufwendungen für Hausanschlüsse auf dem eigenen Grundstück (BMF-Schr. vom 3.11.2006 IV C 4-S 2296b-60/06).

- Semesterbeiträge mindern die für das Kindergeld relevanten Einkünfte des Kindes. (FG Düsseldorf Az. 9 K 4245/07, Revision beim BFH Az. III R 38/08) Unter letzerem Aktenzeichen sollte Einspruch eingelegt und Ruhen des Verfahrens beantragt werden.





Für haushaltsnahe Dienstleistungen und häusliche Pflege- und Betreuungsleistungen, können Sie 20 % der Kosten (ohne Materialkosten) abziehen bis zu 4.000 pro Jahr.
Für haushaltsnahe Handwerkerleistungen, die können Sie ebenfalls 20 % der Kosten (ohne Materialkosten) abziehen, bis zu 1.200 pro Jahr
Die Vergünstigungen für haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen können Sie als Mieter ebenso wie als Besitzer einer selbstgenutzten Immobilie geltend machen.

Wichtig: Keine Barzahlung, sondern Überweisung!

Haushaltsnahe Dienstleistungen:
-Typische Haushaltsarbeiten wie Putzen, Kochen,
Waschen, Bügeln, Fensterreinigung etc.
-Haushaltsarbeiten durch eine Dienstleistungsagentur, etwa
während des Urlaubs den Briefkasten leeren, die Blumen
gießen, den Rasen mähen usw.
-Gartenpflege
-Baumfällarbeiten
-Kinderbetreuung durch selbstständige Tagesmütter,
Babysitter oder Aupairs im Haushalt des Auftraggebers
-Betreuung von Personen, beispielsweise von älteren
Familienangehörigen, auch wenn diese nicht pflegebedürftig
sind
-Pflege und Betreuung von pflegebedürftigen Personen durch
ambulante Pflegedienste oder selbstständige Pflegekräfte
-Kosten für den privaten Umzug
-Betreuung von Kindern durch selbstständige Tagesmütter
oder Aupairs im Haushalt des Auftraggebers
-Umzugskosten

Das geht nicht:
-Gutachterleistungen
-Verbrauchsabrechnung der Heizung und das Ablesen der
Wärmezähler
-Grabpflege auch dann nicht, wenn das Grab in der Nähe
der Wohnung liegt
-Textilreinigung (da die Wäscherei außerhalb des Haushalts
liegt)
-Verwaltertätigkeiten bei Wohnungseigentümergemeinschaften
-Personenbezogene Dienstleistungen, beispielsweise ein
Friseur oder die Kosmetikerin kommt zu Ihnen ins Haus.

Bei Pflegebedürftigen gehören diese Dienstleistungen jedoch u.U. zu den geförderten Pflege- und Betreuungsleistungen.

Handwerkerleistungen, soweit sie auf dem Wohngrundstück erledigt werden:
-Malerarbeiten
-Badezimmermodernisierung
-Austausch und Reparatur von Türen und Fenstern
-Garten- und Wegearbeiten
-Wartung und Reparatur der Heizungsanlage
-Schornsteinfeger
-Elektriker-Arbeiten
-Hausanschlüsse, z. B. für Strom oder Kabelfernsehen,
soweit die Aufwendungen die Zuleitungen zum Haus
betreffen, nicht im Rahmen einer Neubaumaßnahme anfallen
und nicht auf öffentliche Grundstücke entfallen. Dasselbe
gilt für Ableitungen.
-Klavier stimmen
-Reparatur von Haushaltsgeräten (Waschmaschine,
Geschirrspüler, Wäschetrockner etc.), Elektrogeräte,
Computer, Fernseher

Das geht nicht:
-Alles, was mit Neubau oder Erweiterung zu tun hat: Anbau
einer Garage, Anlage eines Gartens, Ausbau des
Dachgeschosses etc.
-Gutachterleistungen und technische Prüfdienste
-Entsorgungs-Tätigkeiten
-Handwerkerleistungen, die bereits im Rahmen des CO2-
Gebäudesanierungsprogramms der KfW-Bank gefördert werden.
-Reparatur von Haushaltsgeräten (Waschmaschine etc.) und
Elektrogeräten außerhalb der Wohnung






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